Spiel und Spass mit Hund und Pferd

80% der Reiter sind Hundebesitzer. Deshalb gibt es das Magazin „Pferd & Hund“ und deshalb hat Tine Rühl vor zehn Jahren unter dem Motto „Spiel & Spass mit Hund und Pferd“ „die Lauscher“ in’s Leben gerufen. „Die Lauscher“ klingt ungewöhnlich, die Philosophie dahinter ist es nicht: „Wer lauscht ist aufmerksam und offen für sein Gegenüber. Es hat etwas mit der Wahrnehmung dessen zu tun, was um uns ist.“

Das Zusammenspiel fordert alle Seiten und stärkt die Einheit von Hund, Pferd und Mensch. Kommunikation und Respekt ist die Basis für Vertrauen ob in der Gruppe oder Allein: „Spass auf vier Pfoten und vier Hufen“. Wie wichtig „Spass“  im Zusammenspiel Hund-Pferd-Mensch ist, betont Tine Rühl immer wieder. Für „die Lauscher“ steht „Freizeit & Spass“ im Vordergrund, kein Leistungsdruck und sportlicher Ehrgeiz .
„Nach dem Motto „Mittendrin statt nur dabei“ haben wir uns entschlossen die unterbeschäftigten Hunde in den Reitbetrieb zu integrieren“. 

Wie wird aus einem Raubtier, einem Fluchttier und einem Menschen, die alle völlig unterschiedliche Eigenschaften haben, ein harmonisches Team?

Basis ist immer Vertrauen, was beide Vierbeiner in ihren Menschen setzen und damit Grundlage Pferd und Hund behutsam einander näher zu bringen. Das A und O ist eine genaue Einschätzung der Tiere. Ob ein Terrier, mit dem Mut eines Löwen oder ein Warmblut, dem Hunde kalte Schauer verursachen, individuell abgestimmte Trainingselemente sind entscheidend um ein vertrautes Pferde-Hunde-Duo entstehen zu lassen. 
Und dabei spielt die Rasse oder das Alter keine Rolle. Die jüngsten Hunde sind ein Jahr, die ältesten Pferde dreiundzwanzig. Genauso unterschiedlich sind auch die Erfahrungswerte mit dem anderen Vierbeiner.

„Hunde die Pferden gegenüber sehr ängstlich sind und selbst das Vertrauen zum Besitzer nicht ausreicht um näher ans Pferd zu kommen, gewöhnt man behutsam an das Pferd, in dem man zum Beispiel mit dem angeleinten Hund den reitenden Besitzer begleitet. Keinesfalls dürfen am Pferd Schleppleinen eingesetzt werden, Zughalsbänder oder verschnallte Leinen sind ebenso tabu! Die Unfallgefahr ist enorm“, weiß die Hippo- und Ergotherapeutin Tine Rühl. 
In diesem Beispiel geht es um Annäherung, denn die Reitbegleithundeausbildung steht bei „den Lauschern“ nicht an erster Stelle. Allerdings wird die Bindung zwischen Mensch-Pferd-Hund durch das Training so gefestigt, dass die Hunde gute Reitbegleiter werden.

Der Reitplatz bei der „Lauscher-Gruppe“ ist mit Hindernissen aus dem Pferdesport, Wippen und Slalomstangen aus dem Hundesport und selbstgebauten Kreationen ausgestattet. Und auch die Übungen sind eine Kombination aus „Trail“ für Pferde, "Agility" und Dog-Dancing-Elementen, zu denen auch Zirkuslektionen gehören. Aber auch ohne "gerätegestütztes“ Training, ist eine Ausbildung des Hundes zum verlässlichen Reitbegleiter natürlich möglich.

Die Pferde und Hunde werden an Form, Farbe, Bewegung und Geräusche gewöhnt, die von den einzelnen Gegenständen ausgehen. So überwinden sie ihr Fluchtverhalten und entwickeln Selbstvertrauen in für sie ungewöhnliche Situationen. Ob reitende Hunde oder entspannt liegen bleiben, während die Pferde um sie herum traben, gemeinsam "wippende" Pferde und Hunde, Teppiche ausrollen, Pferde die einen Agilityparcours flankieren, Würstel oder Karotten "fliegen" lassen...fast alles ist möglich. 

Tine Rühl und ihre „Lauscher“ zeigen immer wieder die „Spiel & Spass Lektionen“ auf Veranstaltungen und in Shows. Natürlich nur mit Lust und Laune und ohne Druck.  

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